Interessanter Trend

Duzt man seine Kunden ?

Ja und nein. Für mich ist das eine Frage der Zielgruppe. Ist sie jung, hip und sagen wir mal, unter dreizig, sehe ich damit kein Problem.

Ansonsten stört mich das und schreckt mich eher ab.

Beispiele:

  1. Die Hamburger Sparkasse befindet sich derzeit in einem Re-Launch. Die Filialen werden ummöbliert, die Mitarbeiter haben die konservative Kleiderordnung (Schlips, Anzug) nahezu abgelegt. Nun kann es schon mal passieren, dass man Kunden mit Sparkassenangestellten verwechselt. Definition Zielgruppe: Geht der junge Mensch in eine Filiale, um sein Banking zu machen ? Wohl eher nicht. Diese Zielgruppe ist online unterwegs. Der ROI wird der Haspa ein Deasaster bescheren und mit Schließungen der Filialen enden.
  2. Die Hamburger Meile, ein Riesen-EKZ in Hamburg Mundsburg, veranstaltet ein Late-Night Shopping am 3.3.2018. In der Pressemitteilung wird konsequent geduzt. Wer soll hier eigentlich angesprochen werden ? Der junge Mensch, der heute eh kein Geld hat ? Die Familie, die Samstagabend mit Kind und Kegel durch eine Einkaufsmeile läuft und ihrem Bedürfnis folgt ? Oder der ältere Mensch, der Zeit und Geld genug hat, zu jeder anderen Zeit auch zu shoppen ? Setzen! Ne glatte 6 !
  3. „Designerhotels“. Ich hab’s am eigenen Leib erfahren, eine junge Frau am Empfang duzt mich in einer Tour, selbst als ich sie betont sieze, bleibt sie dabei. Ich fühle mich wie im Kindergarten ohne Manieren. Von einem weiteren Besuch dieser Kette nehme ich zukünftig Abstand. Ob sich dieses Konzept durchsetzen wird, bleibt abzuwarten, die Jugend von heute steigt jedenfalls eher privat bei Airbnb ab als sich ein Hotel zu nehmen.Für mich ist der Kunde König. Er -und damit auch ich- möchte mit Respekt anständig angesprochen werden und seine Bedürfnisse befriedigt bekommen. Das richtige Verständnis von Zielgruppen ist elementar wichtig und wird oft unterschätzt. Erkennbar wird es meist zu spät, nämlich dann, wenn Kampagnen bereits im Schornstein sind und nicht den Erfolg hatten, den man sich selbst prophezeit hatte.

Macht eure Schularbeiten und kümmert euch endlich um eine gute Ansprache des Marktes und eurer Zielkunden.

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20 Gedanken zu “Interessanter Trend

    1. Ich sage es doch …

      Ja und nein.
      Jeder lamentiert über Veränderungen in der Gesellschaft und dies ist eine nicht unwichtige.

      Probleme haben wir sicherlich andere. Einig.

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  1. Mit persönlich ist völlig egal ob man mich duzt oder siezt. In meiner Pension duzen wir uns alle untereinander, aber sizen die Gäste. Viele Gäste bieten einem allerdings das Du an, jedoch wird es dann sehr schwer da den Überblick zu behalten. Wenn die Gäste im nächsten jahr wiederkommen ist es genauso unfreundlich sie dann auf einmal wieder zu siezen. Ich glaube nicht, dass es beim duzen immer um die Kundennähe geht. Mit geht es um die Einfachheit. Ich bin gerade am überlegen wie ich die Website unserer neuen Appartements gestallte und bin geneigt die Gäste zu duzen um zu Vermitteln: hier ist alles locker – nicht etepetete. Jetzt bin ich mir aber nicht mehr sicher. Wenn einige das so garnicht locker sehen und gleich denken – ich möchte Ihr Kumpel sein – dann vielleicht lieber doch nicht. Mal abwarten was hier noch so geschrieben wird. Ich bin gespannt…

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    1. Ich persönlich finde es seriöser wenn ihr die Kunden auf der Wepsite siezen würdet. Nicht jeden gefällt es. Gerade ältere Menschen würden sich dann gar nicht angesprochen fühlen. So eine Seite muss schon professionell sein. Das ist die halbe Miete.

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    2. Es geht beim Siezen doch nicht um etepetete und wenn deine Gäste dir das Du anbieten, ist das völlig in Ordnung.

      Einfachheit darf man gern an anderen ausprobieren, ich möchte zumindest gefragt werden. Es ist mindestens stillos und unhöflich, einfach so herumzupoltern. Aber was wundere ich mich, heute sitzt man anscheinend die selbstverständlich mit Basecap beim Essen.

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      1. Ich würde am liebsten alle Menschen duzen oder alle siezen. Schwer ist es eben als Hotelmitarbeiter im nächsten Jahr noch zu wissen welcher Gast einem das Du angeboten hat. Am schlimmsten ist, wenn ein Ehepaar im Haus ist und der eine von beiden bietet das Du an – da kommt man völlig durcheinander. Tja, man muß eben alles im Computer vermerken. Ist wahrscheinlich derzeit immer noch einfacher beim Sie zu bleiben als möglicherweise jemanden auf den Schlips zu treten. Menschen sind eben unterschiedlich. Daher ist es gut auch mal andere Meinungen zu hören.

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  2. Ich würde es nicht gut finden, wenn mich andere unbekannte Menschen einfach duzen. Ich habe ja auch einige Jahre in einer Sparkasse gearbeitet. Da wurden wir extra geschult, wie wir uns zu kleiden und zu benehmen haben. Das hat etwas mit Anstand und Respekt zu tuen. Wenn man sich näher kennt und der Ältere bietet das du an, ist es Okay. Man muss sich bei einer schnellen du-Zustimmung nicht wundern, wenn man dann wie ein Kumpel behandelt wird. Guten Freunden gibt man gern ein „DU“, bei anderen kann es schnell mal ausarten. Man wundert sich heute oft genug um einen schlechten Umgangston, ein du trägt oft dazu bei. Ich will es auch weiterhin als Auszeichnung empfinden, wenn mir jemand sein du anbietet.

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  3. Ich persönlich bin auch irritiert, wenn mich wildfremde Menschen duzen. Allerdings war ich auch sehr traurig, als mich die ersten Teenies gesiezt haben. 😉

    IKEA hat das „Du“ an Fremde salonfähig gemacht. Die duzen ihre Kunden in der Werbung schon seit Jahrzehnten. Die Mitarbeiter duzen sich schon immer untereinander. Egal ob Filialleiter oder einfacher Angestellter. Dann kommt noch hinzu, dass es diesen Unterschied in vielen Sprachen schlichtweg nicht gibt. Und da wir ja alle so toll international sind, wird das „Sie“ immer seltener benutzt.

    Für mich persönlich ist das eine Form des Respekts. Aber auch eine Möglichkeit, mich abzugrenzen und jemanden nicht privat an mich heran zu lassen. Es gibt eben Menschen, mit denen möchte ich nur auf der beruflich-professionellen Ebene kommunizieren. Und dafür eignet sich der Unterschied zwischen „Du“ und „Sie“ perfekt. Wir werden sehen, wohin das führt. Ich persönlich würde es betrauern, wenn dieser Unterschied aus unserem Wortschatz verschwindet.

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  4. Du scheint im Augenblick ganz beliebt zu sein, ob restaurant, Hotel Geschäft überall man wird gedutzt. Programm im Internet istallieren? Du..
    Ich mag das ganz und gar nicht. ich Bin die Kundin ich erwarte höfliches Benehmen und kein Kumpelhaftes Du. Beschwert man sich wirds peinlich „sprüche „wei mach dich mal Locker“ sind das harmloseste..
    Ein Thema , wo ich seit jahren einfach platzen könnte.
    LG Wortgestoeber

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  5. Ich habe vor gut zwanzig Jahren meinem damaligen Chef das „Du“ verweigert, auch wenn er sich mit allen anderen geduzt hat. Irgendwie wollte ich die Distanz aufrecht erhalten. Er hat daraufhin immer die direkte Ansprache vermieden und mich in der dritten Person angesprochen…

    Mit der Haspa habe ich nur am Telefon zu tun, und da sind die Mitarbeiter ausgesprochen höflich.

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